Altes Wissen auf neuen Wegen...
Altes Wissen
Es existiert ein Wissensschatz, der von Generation zu Generation weiter getragen wurde, der viele Zeitepochen durchlief und von dem wir beeinflusst und geprägt wurden. Von diesem Wissensschatz finden sich Spuren in den Märchenerzählungen unserer Großeltern, im Brauchtum, in religiösen Ritualen und im Heilwissen der Volksheilkunde wieder. Seine Wurzeln liegen weit zurück, zu einer Zeit in der Mitteleuropa noch von vielen verschiedenen Volksstämmen besiedelt war, welche auf Grund ihrer ähnlichen religiösen Auffassung und Lebensweise zu Kelten oder Germanen zugeordnet wurden. Die Menschen dieser Zeit richteten ihr Dasein nach dem immer wiederkehrenden Kreislauf der Jahreszeiten und lebten ganz im Einklang und im Rhythmus der Natur. Das Jahr wurde durch die Beobachtung der Gestirne in Abschnitte unterteilt. Jeder dieser Zeiträume besaß seine besondere Qualität und wurde unterschiedlichen Gottheiten zugeordnet. Zu den jeweiligen Wechselzeiten fanden heilige Feste statt, die mit besonderen kultischen Handlungen, wie rituelle Räucherungen und Opfergaben für die Götter, begangen wurden. Zu diesen Zeitpunkten waren die Tore zu einer anderen Welt geöffnet, die neben der realen Welt existierte, denn für unsere Vorfahren war alles in der Natur beseelt. Pflanzen, Steine, Gewässer oder Haine wurden verehrt und auch die Elemente besaßen ihre eigenen Wesenheiten. Ihre Welt war voller Kräfte des Guten, aber ebenso des Bösen. Daher war es von großer Bedeutung ihre Gottheiten und Wesenheiten freundlich zu stimmen. Aber über die Jahrhunderte sollte dieses Weltbild verändert und unterdrückt werden. Das immer weiter expandierende römische Reich brachte erst seine eigenen Gottheiten ins Land, bevor das Christentum dann zur Staatsreligion wurde. Danach erfolgte ein über Jahrhunderte dauernder Christianisierungsprozess. Die alten Glaubenssätze wurden als heidnisch bezeichnet und teilweise unter Strafe verboten. Dennoch war es nicht möglich die tief verwurzelten Bräuche zu unterdrücken. So wurden diese meist mit in die neue Religion übernommen und mit christlichem Glaubensgut gefüllt. Nachdem sich das Christentum durchgesetzt hatte, lebten die Menschen sehr demütig und ehrfürchtig, jeder nahm sein Schicksal als gottgegeben an. Beten wurde zu einem festen Bestandteil des Tagesablaufes. Dennoch hielten Teile der Bevölkerung an den alten Praktiken fest. Zur Zeit des Spätmittelalters wurde unser Land von Seuchen und Hungersnöten heimgesucht. Die Menschen versuchten diese Schicksalsschläge, wie auch die Pest mit Räucherungen und Gebeten zu besiegen. Doch die Verzweiflung des Volkes wuchs. Da man sich diese Widernisse nicht erklären konnte, suchte man Schuldige und diese wurden von der Kirche in allen nicht glaubenstreuen Bürgern gefunden. Es waren häufig Heilkundige, die ihre Kenntnisse über Heilpflanzen mit Zaubersprüchen und altem magischem Wissen mischten. Dies sollte ihnen und vielen anderen unschuldigen Menschen zum Verhängnis werden. Dieses Vorgehen hatte seinen traurigen Höhepunkt zur Zeit der Inquisition. Aber auch diese dunkle Zeit hatte ein Ende. Unsere Vorfahren begannen nun vieles zu hinterfragen. Das Zeitalter der Aufklärung begann. Naturwissenschaften, Bildung und rationales Denken waren nun von Wichtigkeit. Mit dem allgemeinen Fortschritt setzte nun eine neue Epoche ein, in der Mystik, Magie und der Glaube an eine beseelte Natur keinen Platz mehr haben sollte. Diese immerwährende Weiterentwicklung unserer Technologie, bis in unsere Zeit, hat sowohl uns Menschen, als auch unsere Natur verändert. Unsere jetzige Gesellschaft ist geprägt von Schnelllebigkeit, ständiger Medienpräsenz und dem Streben nach höchster Effizienz. Durch diese Lebensweise haben wir uns der Natur stark entfremdet und tragen darüber hinaus im fortschreitenden Maß zu ihrer Zerstörung bei. Doch das alte verborgene Wissen schlummert noch in uns, denn es ist ein Teil unseres Erbgutes. In vielen von uns wächst wieder die Sehnsucht nach Ursprünglichem, nach einer naturnahen Lebensweise, nach einem respektvollen Umgang mit Pflanzen und Tieren. Um wieder den Zugang zur Natur zu finden, sollten wir den Spuren unserer Vorfahren folgen. Durch die Beobachtung der Natur im Jahreskreis, ihre Veränderung, das Wahrnehmen der unterschiedlichen Qualitäten, ihr immer wiederkehrender Rhythmus, ergibt sich eine Möglichkeit wieder ein tiefes, intensives Gefühl für sie zu entwickeln. Auch das Verräuchern von duftenden Harzen und heimischen Pflanzen verbindet uns mit unseren Vorfahren. Denn Räuchern besitzt in unserer Kultur eine lange Tradition. Doch gehen seine Wurzeln noch viel weiter zurück, denn Räuchern ist so alt wie das Feuer.
Geben wir altem Wissen die Möglichkeit unser Leben neu zu verzaubern "Das Bewusstsein der Verbundenheit mit früheren Generationen kann wie eine Rettungsleine durch die schwierige Gegenwart sein." John Dos Passos (1896- 1970)

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